Recherche enthüllt Infrastruktur von Soft2Bet für zahlreiche unzulässige Online-Casinos in Deutschland
Geschrieben von Uma Becker · 14.7.2026

Recherche enthüllt Infrastruktur von Soft2Bet für zahlreiche unzulässige Online-Casinos in Deutschland

Eine gemeinsame Untersuchung von Bayerischer Rundfunk, Investigate Europe sowie internationalen Partnern hat aufgedeckt, dass Soft2Bet als technischer Dienstleister die Infrastruktur für etwa 120 unzulässige Online-Casino-Plattformen bereitstellt, die auch deutschen Spielern zugänglich sind, und Marken wie Wazamba sowie Rabona gehören zu den genutzten Angeboten während diese Seiten zwischen 2020 und 2024 mehr als 600 Millionen Euro für das Netzwerk generierten und im Mai 2026 allein rund acht Millionen Besuche aus Deutschland verzeichneten, wie Similarweb-Daten zeigen.
Hintergründe zur Firma und den beteiligten Akteuren
Soft2Bet wurde von Uri Poliavich gegründet und hat seinen Sitz in Zypern sowie Malta, wobei das Unternehmen als Anbieter von Plattformlösungen für Glücksspielseiten fungiert, die ohne die erforderliche Lizenz in Deutschland operieren, und die Recherche ergab, dass diese Seiten oft keine angemessenen Schutzmechanismen für Spieler implementieren, sondern stattdessen aggressive Werbestrategien einsetzen, um Nutzer anzulocken und zu binden.
Die Journalisten sammelten Daten über die Verbindungen zwischen den Plattformen und dem Dienstleister, während sie die finanziellen Ströme analysierten, die über Jahre hinweg flossen, und sie stellten fest, dass die betroffenen Seiten trotz fehlender regulatorischer Genehmigung in großem Umfang genutzt wurden.
Ergebnisse der Datenauswertung und Nutzerzahlen
Zwischen 2020 und 2024 beliefen sich die Einnahmen des Netzwerks auf über 600 Millionen Euro, und die Besucherzahlen erreichten im Mai 2026 etwa acht Millionen Aufrufe allein aus Deutschland, wobei die Auswertung von Similarweb als Grundlage diente, und diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Reichweite, die solche Plattformen trotz ihrer unzulässigen Natur erzielen konnten.
Die Untersuchung berücksichtigte auch die technischen Strukturen, die Soft2Bet liefert, und sie zeigte, wie diese Infrastruktur es den Betreibern ermöglicht, mehrere Marken parallel zu betreiben, während die Seiten häufig auf Taktiken zurückgreifen, die den Spielerschutz vernachlässigen.
Reaktion der Glücksspielaufsichtsbehörde GGL
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, bestätigte auf Anfrage, dass ihr Soft2Bet als technischer Anbieter bekannt ist, doch sie verfügt derzeit nicht über gerichtsfeste Beweise für eine direkte Beteiligung an illegalen Operationen, und die Behörde wies gleichzeitig darauf hin, dass Fortschritte bei der Bekämpfung von illegalem Glücksspiel erzielt wurden, wobei die Ermittlungen der Journalisten als Hinweis auf bestehende Herausforderungen dienen.

Die GGL betonte in ihrer Stellungnahme, dass sie die Entwicklungen kontinuierlich beobachtet und Maßnahmen ergreift, um unzulässige Angebote einzuschränken, während sie die Notwendigkeit rechtlich belastbarer Nachweise für weitergehende Schritte unterstrich.
Technische und rechtliche Aspekte der Plattformen
Die betroffenen Seiten wie Wazamba und Rabona nutzen die Infrastruktur von Soft2Bet, um Spiele anzubieten, die ohne deutsche Lizenz erreichbar bleiben, und die Recherche dokumentierte, dass viele dieser Plattformen aggressive Marketingmethoden anwenden, die potenzielle Risiken für Nutzer erhöhen, während sie gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen an Spielerschutz nicht genügen.
Beobachter der Glücksspielbranche weisen darauf hin, dass solche Netzwerke durch die Bereitstellung zentraler technischer Lösungen eine hohe Anzahl von Marken betreiben können, und die Untersuchung legt nahe, dass dies die Durchsetzung von Regulierungen erschwert, da die Verantwortung zwischen Betreibern und Dienstleistern aufgeteilt erscheint.
Aktuelle Entwicklungen im Juli 2026
Im Juli 2026 setzen die Behörden ihre Bemühungen fort, illegale Angebote zu identifizieren und zu unterbinden, und die Ergebnisse der gemeinsamen Recherche liefern dabei zusätzliche Anhaltspunkte, während die GGL weiterhin auf die Notwendigkeit von Beweisen hinweist, die vor Gericht Bestand haben, um gegen technische Anbieter wie Soft2Bet vorzugehen.
Die Berichterstattung hat zudem internationale Aufmerksamkeit auf die grenzüberschreitenden Strukturen gelenkt, die es ermöglichen, dass Plattformen aus dem Ausland auf deutsche Nutzer zugreifen, und sie unterstreicht die Rolle von Datenanalysen bei der Aufdeckung solcher Netzwerke.
Schlussfolgerung
Die Untersuchung von Bayerischer Rundfunk, Investigate Europe und ihren Partnern hat somit detaillierte Einblicke in die Funktionsweise eines Netzwerks geliefert, das Soft2Bet als zentralen Infrastrukturanbieter nutzt, um unzulässige Online-Casinos zu betreiben, und die genannten Zahlen zu Einnahmen sowie Besuchen verdeutlichen das Volumen, während die Stellungnahme der GGL den aktuellen Stand der regulatorischen Möglichkeiten widerspiegelt. Weitere Details finden sich im Bericht der Tagesschau.